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Interview mit Iny Lorentz

 

Liebe Frau Lorenz, Ihre Vita weist viele eher ungewöhnliche Fakten auf: Tierpflegerin, Arzthelferin, Datentypistin, nun EDV-Spezialistin - wie kamen Sie zum schreiben?

Ich habe mir als Kind schon selbst Geschichten erzählt und - wie es viele tun - die lustigsten Zwischenfälle mit unseren Hunden und anderen Tierbegegnungen aufgeschrieben. Letztlich war ich auf der Suche nach jemanden, der sich mit mir zusammen Geschichten ausdenken würde, die wir uns gegenseitig erzählen konnten. Später vergaß ich diesen Wunsch und füllte viele Seiten mit Romanfragmenten - ohne an eine Veröffentlichung zu denken. Dann trat ich in einen Verein ein, der sich mit Fantasy beschäftigte, und habe in dessen Fanzines veröffentlicht. Wenig später hat mich jemand, der eine Anthologie für Heyne zusammengestellt hat, gefragt, ob ich nicht eine Story für ihn schreiben wolle. So kam ich zu meiner ersten profimäßigen Veröffentlichung. Gleichzeitig habe ich in diesem Club meinen späteren Ehemann kennengelernt, der ähnlich wie ich kaum etwas anderes als Schreiben im Kopf hatte. Gemeinsam haben wir in den Jahren weitere Storys und ein Kinderbuch veröffentlicht, die bis auf jeweils die erste Gemeinschaftsproduktionen waren. Wir haben uns dann auch privat sehr viele Geschichten erzählt - in Form eines selbst geschaffenen Rollenspiels, das nur zwei Regeln kennt, erstens, es muss logisch ablaufen, zweitens, der Würfel entscheidet über den Erfolg.

 

Gibt es ein Erlebnis/Ereignis in Ihrem Leben, das Ihre Liebe zu historischen Romanen geprägt hat?

Nein. Historische Romane, SF und Fantasy haben meine Fantasie schon als Kind angeregt. Bei den historischen Romanen habe ich mir immer versucht vorzustellen, wie die – einfachen – Leute damals gelebt haben. Als Teenie habe ich mir Sachbücher über Sozial- und Wirtschaftsgeschichte im Mittelalter u.ä. in der Bücherei ausgeliehen, um zu erfahren, wie es damals zuging. In der Schule hatte ich mehr von Krieg, von Kaisern und Königen gelernt, aber nichts vom Handel, der Hanse, der damaligen Schiff-Fahrt und all den Dingen, die wirklich interessant waren. 
Mein Mann hat als Junge schon Zugang zu einer Bibliothek voller (christlich-)historischer Romane gewährt bekommen – und war ebenso fasziniert wie ich.

 

Wie umfassend ist Ihre Recherche zu einem Buch? Mit welchen Mitteln versetzen Sie sich in die Zeit der Epoche, in der Sie gerade schreiben?

Mein Mann recherchiert einige Monate lang, bevor wir ein Buch anfangen. Dazu benutzt er im Schnitt 18-20 Sachbücher, das Internet und DVDs, die sich mit der Gegend etc. beschäftigen. Wenn das alles nicht ergiebig genug ist, recherchiert er auch in Instituten und Bibliotheken, bei denen er Primärliteratur einsehen kann. Er hält mich über seine Recherchen auf dem Laufenden, in dem er die für die Geschichte wesentlichen Informationen mit mir durchspricht oder mir wichtige Teile zu lesen gibt.

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